Ü70 – Klönparty
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Bünde/Holsen 28.04.2010.
Wer kennt sie nicht, die an markanten Stellen der Stadt oder an
Litfass-Säulen angebrachten Werbeplakate „Ü18-, Ü30-, Ü40-oder Singleparty“.
Im lokalen Teil der heimischen Zeitungen wird ebenfalls hierauf hingewiesen
und anschließend darüber mit ausführlichen Berichten informiert. Nicht
selten finden sie dann auch noch in Polizeiberichten eine gewisse Nachlese,
wenn es dabei zu Komasaufen, Schlägereien oder Sachbeschädigungen kommt. Ob
diese Partys, bei oft zu lauter „Musik“ mit viel Alkohohl und dem nicht
selten gesuchten One-Night-Stand, den ausgleichenden Effekt für eine
vergangene Arbeitswoche bringen, mögen die Teilnehmer für sich beantworten.
Eines wäre völlig falsch, wenn nun dem
Schreiber dieses Berichtes unterstellt würde, er diffamiere grundsätzlich
diese Veranstaltungen und sei prüde. Viele dieser Partys sind vom
Veranstalter grundsolide in der Ausrichtung geplant und laufen ohne
Zwischenfälle ab. Nicht selten führen sie zu festen Bindungen, die ein Leben
lang halten. Halt eben wie früher, als es noch große Zelt- und Vereinsfeste
gab, die fast in Vergessenheit geraten sind und heute nur noch in
Dorfgemeinschaften nennenswert vorkommen.
Und jetzt noch diese ungewohnte Zeitungsanzeige
„Ü70-Klönparty“. „Was ist das denn“?, wird sich mancher Leser
verwundert gefragt haben. Des Rätsels Lösung liegt in der Tatsache, dass der
Rassegeflügelzuchtverein Holsen seinen verdienten älteren Mitgliedern eine
Möglichkeit zu gemeinsamen Treffen bietet. Mindestens ein aktives
Vorstandsmitglied wird für die Leitung dieser Treffen abgestellt, bei denen
zwanglos alle Themen angesprochen werden und über den Verein und seine
aktiven Ziele berichtet wird. Selbstverständlich kommt dabei die „Gute
alte Zeit“ nicht zu kurz.

Die Ü70 läuft ein und bekommt das erste
Begrüßungsgetränk auf der VfL – Heimterrasse, bevor es zum Essen ins Holser
– Sportlerheim geht. (v.l.) Ex-Bürgermeister Siegfried Hagemann,
Vorstandsmitglied Wolfgang Brinkmann und der Ehrenvorsitzende Wilfried
Südhölter. Die heute noch aktiven Züchter Friedrich Hellmann (4.v.l.),
Friedhelm Kränke (am Kopfende) und Werner Freese (o.r.). Vor der Tür sitzend
der älteste (84 J.) Teilnehmer Horst Kempka.

(Kopfende v.l.) Vorstandsmitglied Wolfgang
Brinkmann und Ex – Bürgermeister Siegfried Hagemann freuen sich über ihre
Frikadelle, denn der „Große“ Werner Freese langt zu, und man weiß ja nie,
was dann noch übrig bleibt.
Es gibt uns über 70-Jährigen noch, und einige
von uns sind noch immer erfolgreiche Züchter und Aussteller. Unser Verein
erinnert sich noch an unsere Leistungen, von denen er in unserer aktiven
Zeit profitiert hat. Dass er diese Treffen, bei denen oft bis zu 30
Mitglieder erscheinen, wo auch die Getränke und ein rustikales Essen
gereicht werden, mehrmals im Jahr durchführt, erkennen wir lobend an. Bei
uns wird keiner vergessen und gehört einfach auch im Alter noch dazu, so
Ehrenvorsitzender Wilfried Südhölter.
Der demografische Wandel geht mit
Riesenschritten voran und macht vor nichts halt. Die Überalterung war vor
Jahrzehnten erkennbar, und es wurde durch familienfördernde Maßnahmen nicht
gegengesteuert. Die 30 Rassegeflügelzuchtvereine mit ihren 1.500 Mitgliedern
im Kreis Herford können auf 33% aus dieser oft noch aktiven Züchter- und
Ausstellergruppe gar nicht verzichten. Mit den folgenden 23% der über
60-Jährigen stellen sie die Säulen der Vereinsexistenzen. Der RGZV Holsen,
einer der erfolgreichsten bei den Senioren- und Jungzüchtern Deutschlands,
zeigt mit diesen Treffen einen lobenswerten Weg der Mitgliederbetreuung auf,
meint auch der Internetreporter.
Text
und Foto: es
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erhard.struckmeier@rgzvereine-kv-herford.de
oder
webmaster@rgzvereine-kv-herford.de
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