Herford, 03.07.10.
150 Jahre – 150 Mitglieder und knapp 150 Gäste - Das ist die Bilanz des
ersten großen Vereinsjubiläums im Kreisverband Herford. Der
Rassegeflügelzuchtverein „Fauna“ Herford feierte am vergangenen Samstag sein
150-jähriges Bestehen, für welches der Verein und sein Vorstand keine Kosten
und Mühen gescheut hat. An alles wurde gedacht: Einladungskarten wurden
verschickt, eine Volierenschau organisiert, für stilvoll-musikalische
Untermalung der Eröffnungsveranstaltung durch eine Pianistin wurde gesorgt -
von der ausgezeichneten Verpflegung mal ganz zu schweigen. Gekrönt wurde die
Vorbereitung durch eine hervorragend ausgearbeitet Vereinschronik, die am
Ende der Feierlichkeit allen Gästen ausgehändigt wurde.
Es hat schon einige Anläufe gebraucht, damit im
Jahr 1999 aus den drei Vereinen „Teutonia Schwarzenmoor“, „RGZV Herfordia“
und „Kleintierzuchtverein W 243“ die Neugründung des „alten“ Vereins „Fauna“
Herford vollzogen werden konnte. Hauptinitiator dieser Fusionierung war der
Vorsitzende des Vereins „Teutonia Schwarzenmoor“, Friedhelm Wehmeyer, der
1999 auch zum 1. Vorsitzenden des Fusionsvereins wurde.
Diese Entscheidung war auch goldrichtig! Denn
der ältesteste Verein im KV Herford ist gleichzeitig auch einer der größten
und erfolgreichsten in unserer Region. Nicht nur die Artenvielfalt ist
einzigartig, mit Stefanie Schaper ist „Fauna“ der bislang einzige Verein im
Kreisverband mit einer Frau an der Spitze.
Somit war klar, dass das Jubiläum dieses
besonderen Vereins auch ein ganz besonderes Fest für den Kreis- und den
Landesverband wird und Anlass war, zahlreiche Ehrengäste einzuladen und zu
empfangen. Leider haben äußere Umstände (heißester Tag des Jahres, WM
Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien [4:0]), die in der über
einjährigen Planung dieses Events nicht vorhergesehen werden konnten, dazu
geführt, dass einige Gäste nicht anreisen konnten, was schade ist, wenn man
gesehen hat mit wie viel Engagement und Sorgfalt der Verein die
Feierlichkeit organisiert hat.
Angefangen bei der Volierenschau, die sowohl
von den Tieren, als auch von der Ausschmückung eine Augenweide darstellte
bis hin zur Tortenvielfalt beim Nachmittagskaffee konnte man die
Leidenschaft zum Hobby Rassegeflügelzucht und der Zusammenhalt und die gute
Zusammenarbeit im Verein erkennen.

Die drei Vorsitzenden von
"Fauna". Stefanie Schaper (1. Vorsitzende) Friedhelm Wehmeier zitiert hier
aus der 150-jährigen Chronik des Vereins (Ehrenvorsitzender) und Friedrich
Wilhelm Schöneberg (2. Vorsitzender)
150 Jahre Fauna -
ein Stück Geschichte
Dieses wurde auch in den Reden zur
Eröffnungsfeier deutlich. Nachdem Stefanie Schaper ein paar Begrüßungsworte
an die Gäste gerichtet hatte, bemerkte sie, dass Friedhelm Wehmeyer den
Verein wohl besser kennen würde, als sie den Inhalt ihrer Handtasche, womit
sie dem 75-jährigen Ehrenvorsitzenden das Wort erteilte.
Dieser erläuterte wie es zur Grüdnung des
Vereins kam und nannte auch historische und politische Hintergründe, die die
Vereinsstrukturen beeinflusst haben. Als Beispiel nannten er die Weltkriege,
in denen viele Vereinsmitglieder ihr Leben lassen mussten und auch viele
Geflügelzuchten zerstört wurden. Es ist somit unbestreitbar, dass Höhen und
Tiefen über einen so langen Zeitraum bestehen, doch man muss die Höhen
genießen und darf sich nicht von den Tiefen unterkriegen lassen.

Gut gelaunt! Ulrich Werner
im Gespräch mit Friedhelm Wehmeyer
Als 1860 der Verein gegründet wurde, stand das
wirtschaftliche Interesse an der Rassegeflügelzucht im Vordergrund. Daraus
entwickelte sich bald auch eine Artenvielfalt, die in der heutigen Zeit
gipfelt. „Fauna“ Herford war damit nicht nur einer der ersten Vereine im
späteren KV Herford sondern auch bundesweit einer der ersten, da der älteste
„Hühnerologische Verein“ in Deutschland und vermutlich auch in Europa nur
acht Jahre früher in Görlitz gegründet wurde. Zu dieser Zeit gab es auch
noch keine richtige Futtermittelindustrie wodurch die Züchter ihr Futter
selbst anbauen mussten. Aufgrund dieser teuren Futterkosten, konnten sich
zur der Zeit auch nur die höheren gesellschaftlichen Kreise Geflügel züchten
wie Fabrikanten und Landwirte. Später hatte dann fast jedes Haus eine eigene
Kleintierzucht, die sich nicht nur auf das Geflügel beschränkte sondern
unter anderem auch aus Kaninchen bestand.
Das zeigt, dass sich die Zeiten immer wieder
ändern. Und so kann man sich nun fragen: Wie steht es heute um unser
Geflügel? Häufig hört man, dass sich Nachbarn über das Gurren der Tauben
ärgern oder sich vom Krähen der Hähne gestört fühlen. „Sind wir in einer so
naturfremden Welt angekommen?“
Eine die viele dieser Vereinsjahre miterlebt
hat, ist das älteste Mitglied des Vereins. Hilde Generotzky ist mit 96
Jahren immer noch bei allen wichtigen Anlässen dabei. So konnte sie auch das
Wetter oder das Fußballspiel nicht davon abhalten, den Verein zu seinem
Jubiläum mit ihrer Anwesenheit zu beehren.
Friedhelm Wehmeyer betonte am Schluss, die gute Zusammenarbeit zwischen den
Vereinen und dem KV-Herford Internetteam, welches schon im Vorfeld über das
Ereignis berichtet hatte. Auch Stefanie Schaper galt sein Dank, die sein Amt
vor zwei Jahren als Vorsitzende übernahm, ebenso bedankte er sich bei
Familie Schöneberg für die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Einen
besonderen Dank richtete er auch an Edith und Reinhard Vogt, die sich schon
seit vielen Jahren um die Bewirtung der Gäste bei Veranstaltungen und auch
sonst immer bereit sind ihre Arbeitskraft zu Gunsten des Vereins
einzusetzen.

Landesvorsitzender Ulrich
Werner (r.) überreicht der 1. Vorsitzenden Stefanie Schaper die Goldene
Staatsplakette des NRW - Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg. Einen
Zinnkrug vom BDRG - Bundesvorstand und ein Acryl-Glas mit den
eingeschliffenen Initialien des Vereins, welches von ihm persönlich
gesponsert wurde, da er in diesem Jahr 10 Jahre dem Verein angehört. Zuvor hatte VDT - Präsident Harald Köhnemann den 2. Vors.
Friedrich Wilhelm Schöneberg
die VDT - Ehrennadel
und den Ehrenvorsitzenden Friedhelm Wehmeyer die goldene Medaille des VDT
überreicht.
Der Erfolg steht
ganz auf der Seite des Vereins
Es folgten die Grußworte der Ehrengäste. Martin
Siekmann (KV Vorsitzender) lobte den Verein für seine jahrelange Arbeit und
überbrachte ein kleines Präsent. Friedrich Wilhelm Schöneberg (2.
Vorsitzender Fauna Herford) freute sich über die Freude die er den
Mitgliedern mit der zur Verfügungstellung der Räumlichkeiten machen kann und
hatte darüber hinaus den Worten der Vorredner nichts mehr hinzuzufügen. Zu
einem Höhepunkt kam es noch als Harald Köhnemann (VDT Vorsitzender)
Friedrich-Wilhelm Schöneberg mit der goldenen Nadel des VDT und Friedhelm
Wehmeier mit der goldenen Medaille für besondere Verdienste auszeichnete.
Köhnemann betonte,
dass der Nichttaubenzüchter Friedhelm Wehmeyer diese Auszeichnung nie
bekommen hätte, wenn der Verband damit nicht seinen Einsatz für die
Taubenzüchter im RGZV - Fauna würdigen würde, wo sie eine Vereinsheimat
gefunden hätten.
Den Abend konnten die Vereinsmitglieder dann
noch mit einem gemütlichen Beisammensein und an einem üppigen Abendbuffet
ausklingen lassen - was sich der Verein und seine tüchtigen Mitglieder auch
wirklich verdient hat.
Auch das Internetteam gratuliert dem Verein zu
seinem 150-jährigen Bestehen und freut sich auch in den nächsten Jahren
weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit.
Text
und
Fotos: md
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E-Mail:
marco.darnauer@rgzvereine-kv-herford.de
oder
webmaster@rgzvereine-kv-herford.de
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