Daten
aus der Geschichte
Der
Kreis Herford ist alter geschichtlicher Boden. Er ist das Land des
sagenumwobenen Sachsenherzogs Widukind/Wittekind, an den Berge, Burgen,
Kirchen, Höfe und auch das Kreiswappen (schwarzes Pferd Wittekinds)
erinnern. Hier lebten die heidnischen germanischen Sachsenstämme der
Ostfalen, Westfalen und Engern. Ihr Sachsenherzog Wittekind (730 – 807)
war der bedeutendste Gegenspieler des Frankenkönigs Karl dem Großen, der
am 25.12.800 von Papst Leo III. in Rom zum Römischen Kaiser gekrönt wurde.
Wittekind lehnte die Christianisierung des sächsischen Volkes ab. Drei mit
beträchtlicher Grausamkeit geführte Unabhängigkeitskriege in den Jahren
772 bis 804 zwangen Wittekind letztendlich, sich Karl dem Großen zu beugen
und sich christlich taufen zu lassen. In der Stiftskirche in Enger ruhen
seine Gebeine im Sarkophag. Wegen seines regen geistlichen Lebens trug Herford im
Mittelalter den Beinamen „hillig“. Die Fürstabtei bestimmte mit ihren
500 Höfen bis ins 17. Jahrhundert die Geschicke des Landes.
Bis
1807 gehörte der Raum Herford zum preußischen Territorium
Minden-Ravensberg, das der Kriegs- und Domänenkammer in Minden als
allgemeine Verwaltungsbehörde unterstand. In den Jahren 1807 – 1813
stand Minden-Ravensberg unter französischer Herrschaft. Am 1. August 1816
ging Minden-Ravensberg im neugeschaffenen Regierungsbezirk Minden der preußischen
Provinz Westfalen auf. Mit Verordnung vom 18. Oktober 1816 entstanden so
im Minden-Ravensbergischen die Kreise Lübbecke, Minden, Bünde, Herford,
Halle und Bielefeld. Der Kreis Herford entstand somit im Jahr 1816.
Er hatte etwa 21.000 Einwohner und zu ihm gehörten die Stadt Herford und
die Kirchspiele Vlotho, Valdorf, Exter sowie Rehme und Jöllenbeck. Der
32.000 Einwohner zählende Kreis Bünde schloss die Kirchspiele Rödinghausen,
Bünde, Kirchlengern, Stift Quernheim, Löhne, Mennighüffen, Gohfeld,
Hiddenhausen, Enger, Spenge, Wallenbrück, Hüllhorst und Schnathorst ein.
Die Geschlossenheit des Raumes Herford – Bünde drängten nach einer
erneuten Neuregelung. Mit Wirkung vom 1. Januar 1832 wurden die Kreise
Herford und Bünde vereinigt. Gleichzeitig mussten Hüllhorst, Schnathorst,
Rehme und Jöllenbeck an die Nachbarkreise abtreten werden. Durch das
Gesetz zur Neugliederung des Kreises Herford vom 12. Dezember 1968 wurden
am 1. Januar 1969 aus 57 Gemeinden 6 Städte (Herford, Bünde, Enger, Löhne,
Spenge, Vlotho) und 3 Großgemeinden (Hiddenhausen, Kirchlengern, Rödinghausen)
gebildet. Im Vergleich zur Geschichte der Städte und Dörfer dieses
Raumes ist die Geschichte des Kreises Herford jung. Die Stadt Herford ist
erstmalig in einer Urkunde von 838 überliefert. Bünde wird 853
urkundlich erwähnt. Die Geschichte der Stadt Enger kann bis zum Jahre 948
und die der Stadt Vlotho bis 1198 zurückverfolgt werden.
Die Städte und Gemeinden im Kreis Herford mit
ihren Orten:
Herford:
Diebrock, Eickum, Elverdissen, Falkendiek, Laar, Schwarzmoor, Stedefreund, Teile
von Herringhausen
Bünde:
Ahle, Bünde, Dünne, Ennigloh, Holsen, Hüffen, Hunnebrock, Muckum, Spradow, Werfen, Teile
von Bustedt u. Südlengern
Enger: Belke-Steinbeck, Besenkamp, Dreyen, Enger, Oldinghausen, Siele, Westerenger, Teile
von Herringhausen
Löhne: Gohfeld, Löhne, Menninghüffen, Obernbeck, Ulenburg
Spenge: Bardüttingdorf, Hücker-Aschen, Lenzinghausen, Spenge, Wallenbrück
Vlotho: Exter, Valdorf, Vlotho
Hiddenhausen: Eilshausen, Hiddenhausen, Lippinghausen, Oetinghausen, Schweicheln-Bermbeck, Sundern, Teile
von Bustedt
Kirchlengern: Häver, Kirchlengern, Klosterbauerschaft, Quernheim, Stift
Quernheim, Rehmerloh, Teile
von Südlengern
Rödinghausen: Bieren, Rödinghausen, Ostkilver, Schwenningdorf,
teile von Bruchmühlen
In vielen Fällen tragen unsere Ortsvereine
deshalb nicht den Namen ihrer Stadt bzw. Gemeinde, weil sie seinerzeit in
den eingemeindeten Orten gegründet wurden und deren Namen als Vereinsnamen
führen.