75 Jahre Geflügelzuchtverein Dreyen
Am 12 Januar 1929 wurde in der Gaststätte
Lührmann der Vogelschutzverein und der Geflügelzuchtverein Dreyen und
Umgebung gegründet. Gründungsmitglieder waren die Zuchtfreunde A. Bäumer, B.
Bäumer, O. Bartelborth, W. Büscher, G. Kreimeyer, C. Lührmann, W. Meyer, G.
Meyer, H. Niekamp, Fr. Peppmeier, W. Recker und S. Schäfer. 8Der erste
Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: August Bäumer Vorsitzender,
Friedrich Peppmeier Schriftführer und Wilhelm Meyer als Kassierer. In der
Versammlung wurde beschlossen, 1,- Mark Beitrag vierteljährlich im Voraus zu
erheben. Im Mai des gleichen Jahres bestellte man 200 Bundesringe in den
Größen 3,4 und 5, außerdem erwarb man 50 gebrauchte Ausstellungskäfige. So
waren dann alle Voraussetzungen für die erste Geflügelausstellung
geschaffen, für welche dann auch mit 20 Plakaten zum 17. November 1929
eingeladen wurde. Lehrer Bayer aus Mücker war als Preisrichter tätig,
welchem sich die doch recht große Anzahl von 157 Tieren präsentierten. Er
vergab 3 Sieger-, 12 Ehren- und 13 erste Preise! Auf der Jahresversammlung
am 11 Januar 1930 übernahm dann Friedrich Peppmeier den Vorsitz. Das erste
Stiftungsfest würde in 2 Zelten beim Gastwirt Clemens Lührmann am 10. und
11. Mai 1930 festlich begangen. Man hatte eine Einnahme von 353,50 Mark und
Ausgaben von insgesamt 308,85 Mark.
Zur Ausstellung am 27. Oktober 1931 wurden von
den Mitgliedern 44 Stämme Hühner und 24 Paar Tauben angemeldet. Diese
Ausstellung fand beim Gastwirt Kart Nienaber statt, der hatte hierfür
120,-Mark zu zahlen! In den folgenden Jahren wurden mit wechselnden Erfolgen
die Versammlungen und Ausstellungen abgehalten. Man führte Preisschießen
durch um den Kassenbestand aufzubessern, aber auch das Vereinsleben, wurde
intensiver. Am 11. Mai 1934 gab es den ersten Vereinsausflug, mit dem
Pferdegespann ging es nach Olterdissen zum dortigen Tierpark. Zuchtfreund
Walter Büscher sprach in der Versammlung am 13. Oktober 1934 über die
Entstehung und Veredlung der Danziger Hochflieger-Taube, einer Taubenrasse,
welche noch heute in unserem Verein mit großem Erfolg gehalten wird. Es
wurde die erste Jugendgruppe des Vereins ins Leben gerufen, Leiter dieser
Gruppe war schon damals Zuchtfreund Walter Büscher. An der Kreisausstellung
in Herford beteiligten sich 6 Züchter mit 20 Tieren. Das Jahr 1936 brachte
für die Mitglieder eine Beitragserhöhung um 1 Reichsmark pro Kalenderjahr,
dafür gab es dann aber auch Zuschüsse für Bruteier und zugekaufte
Jungtauben. Um das zu finanzieren, wurde ein Preisschießen veranstaltet. Der
erste Preis war 20,- RM, 2, Preis war ein Schwein und 3. Preis eine Gans, 3
Schuss kosteten 30 Reichspfennige. In den Ausstellungen standen immer um die
150 Tiere, für die damalige Zeit mit rund 25 Mitgliedern eine beachtliche
Zahl. Doch dann brach der Krieg aus! Es wurde beschlossen den Verein auch
während der Kriegszeit bestehen zu lassen. Die nächste Versammlung fand aber
erst wieder am 1. März 1941 statt, nachdem der erste Vorstand vom Wehrdienst
entlassen worden war. Es gab nur noch gelegentliche Versammlungen, die
Ausstellungen fielen natürlich vollkommen aus. Die erste Versammlung nach
dem Krieg fand beim Gastwirt Nienaber am 13. Oktober 1945 statt. Man ging
wieder zur Tagesordnung über. Eine Knochenpresse wurde angeschafft, man gab
Hinweise über Ungezieferbekämpfung. Am 16. und 17. November 1946 war es dann
endlich wieder so weit es fand wieder eine Ausstellung statt. Es standen 106
Hühner und 27 Tauben zur Schau. Das Vereinsleben wurde wieder aktiver.
Tierbesprechungen in den Versammlungen und Hinweise zur Futterbeschaffung
belebten die Versammlungen. Wer dreimal unentschuldigt fehlte, wurde laut
Protokoll vom 25.6.1948 aus dem Verein ausgeschlossen! Zur 800-Jahrfeier der
Gemeinde Dreyen im Sommer 1951 stellte der Geflügelverein einen festlich
geschmückten Wagen. Mit verschiedenem Rassegeflügel bepackt, fand dieser
allgemeine Beachtung. Am 14. Juli 1951 wurde dann auch die Jugendgruppe neu
gegründet, Leiter dieser Jugendgruppe war wiederum der Zuchtfreund Walter
Büscher. Die Ausstellungen fanden nun regelmäßig beim Gastwirt Karl Nienaber
statt. Auf Nienabers Deele wurde dann auch so mancher Strauß ausgefochten.
Damals kam die Taubenzucht in unserem Verein hoch in Blüte. Ein Rückschlag
brachte im Ausstellungswesen, die unselige Geflügelpest. An die
vorgeschriebenen Impfungen können sich die Züchter nur schwer gewöhnen. Am
14. und 15. November 1955 standen doch weder 163 Tiere auf Nienabers Deele.
Es ging wieder aufwärts. Die Geselligkeit innerhalb des Vereins war bestens,
so dass nach den Versammlungen noch die damals berüchtigten
Stallbesichtigungen stattfanden, welche dann oft bis zum Morgengrauen
dauerten. In diese Zeit fällt auch der von den Älteren Züchtern,
unvergessene Ausflug zum »Weißen Stein". Man beschloss jetzt den alten
Vorstand nach und nach mit jüngeren Zuchtfreunden zu ergänzen und zu
ersetzen. Am 12.4 1959 gab dann der 1. Vorsitzende Friedrich Peppmeier, nach
30-jähriger Amtszeit seinen Posten an Wilhelm Fleer ab. Da auch der
langjährige Schriftführer Julius Schäpersmann nicht mehr kandidierte, kam
für ihn Hermann Schlömann. In den Versammlungen gab es jetzt Vorträge von
Preisrichtern und Dia-Vorträge über die verschiedenen Geflügelrassen, es
wurde lebhaft diskutiert. Im Herbst standen dann erstmals über 200 Tiere zur
Schau. Es wurde ein großer Teil neuer Ausstellungskäfige angeschafft. Aber
auch die Meisterschaft und die Leistungspreise des Vereins erhitzten
unheimlich die Gemüter, doch man fand immer wieder zur gemeinsamen
Liebhaberei zurück. Die Landesverbands- und Kreisausstellungen wurden gut
beschickt, so dass auch große Preise an Dreyener Züchter vergeben wurden. Um
den Gemeinschaftssinn zu fördern, wurde beim Zuchtfreund Hermann Meyer im
Sundern ein Ententeich mit Entenhaus erstellt, diese Maßnahme fand auch
außerhalb des Vereins große Beachtung. Jedes Jahr wurde der Teich mit einer
neuen Entenrasse besetzt, einmal wurden uns die Enten zur Weihnachtszeit
gestohlen. 1963 tauchte erstmals der Amtspokal im Vereinsgeschehen auf. Die
Jugendgruppe hatte 11 tatkräftige Mitglieder, welche dann in der
Herbstausstellung allesamt ausstellten! 1965 musste zum ersten Mal in einem
Zelt ausgestellt werden, wir hatten jetzt 150 qm Ausstellungsfläche, aber
Auf- und Abbau, sowie die Beschaffung des Zeltes wurde zu einem ständigen
Ärgernis. Im gleichen Jahr errangen die Dreyner zum ersten Mal den Amtspokal.
Der Zuchtbestand, vor allem bei Tauben, war beachtlich. Auch auf den
Pokalwettbewerben der
Kreisschauen konnten in dieser Sparte gute
Erfolge verzeichnet werden. Ein neuer Ententeich wurde 1965 beim Zuchtfreund
Herman Holtkamp geschaffen. 1969 rüstete man in einem wunderbar geschmückten
Zelt, zur 40-jährigen Jubiläumsschau. Diese Schau war wirklich großartig,
Bedingt durch die kommunale Neugliederung, war erstmals bei uns die
Stadtpokalschau angeschlossen. Im Sommer 1971 wartete man wieder mit einer
Neuerung auf. Am Ententeich fand eine vereinsinterne Kükenschau statt.
Dieses fand bei den Zuchtfreunden einen derart guten Anklang, dass man
beschloss, im nächsten Jahr eine öffentliche Kükenschau durchzuführen. Aber
es kam wieder einmal anders. Nachdem im Juli 1972 alte Vorbereitungen für
eine Kükenschau getroffen waren, brach in der Nachbarschaft die Geflügelpest
aus. Kurzfristig wurde das Kükenfest in ein Sommerfest umfunktioniert.
Dieses Fest mit bengalischer Beleuchtung am Ententeich und Tanz auf der
Deele war wohl eines der schönsten Feste. Unsere Herbstausstellungen mussten
immer noch im Zelt stattfinden. Auf- und Abbau gestaltete sich immer
schwieriger, so war es wohl eine große Sache als im Frühjahr 1974 eine
Besichtigung beim Zuchtfreund Hermann Brutlach stattfand, um hier einen
Ausstellungsraum zu finden. Schon im Juli des gleichen Jahres konnte hier
eine Kükenschau abgehalten werden. Nach großartigem Arbeitseinsatz der
einzelnen Züchter konnte im Herbst auch die erste Ausstellung hier
stattfinden. Nach weiterem Ausbau und Beschaffung von Tischen und Stühlen,
haben wir hier ein Zuhause gefunden. 1978 gelang uns noch ein großer
Erfolg. Nachdem wir den Stadtpokal dreimal errungen hatten, ging er
endgültig in unseren Besitz über. Im 50 jährigen Jubiläumsjahr hatte der
Verein 53 Mitgliedern und 6 Jungzüchtern, eine intakte Gemeinschaft die zu
neuen Aufgaben bereit war. In den vergangenen 25 Jahren hat der RGZV Dreyen
14 mal den Stadtpokal gewonnen. Diese Zeit war entscheidend
geprägt, durch die gute Vereinsarbeit des landjährigen
1.Vorsitzenden Hermann Schlömann. Dieses Ehrenamt übte er von 1976 bis 2000
aus, danach wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Von 2000 bis 2002
war Jens Niehaus 1. Vorsitzender. Seit 2003 leitet Peter Bull mit
großem Elan die Geschicke des Vereins. Gegen jeden Trend hat der RGZV Dreyen
seine Mitgliederzahl auf 66 erhöhen können.