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Vereinschronik RGZV Holsen e.V.

 

Chronik 90 Jahre Rassegeflügelzuchtverein Holsen

 

Wenn auch das 90-jährige Vereinsbestehen kein Jubiläum im eigentlichen Sinne ist, so ist es doch ein runder Geburtstag mit einem stolzen Alter. Bezogen auf uns Menschen ist das Leben im Alter von 90 Jahren, wenn es denn erreicht wird, erfüllt. Nicht so ist es bei einem Verein und schon gar nicht beim Rassegeflügelzuchtverein Holsen e. V..

Zum 90. Geburtstag unseres Vereines ist es wohl angebracht, Rückschau zu halten auf die neun Jahrzehnte des Vereinsbestehens. Wir wollen den Weg verfolgen, der hinter uns liegt und der Zuchtfreunde gedenken, die damals den Mut zur Vereinsgründung hatten. Damit legten Sie den Grundstein zu dem, was der Verein heute ist. Immer noch ist der Rassegeflügelzuchtverein eine lebendige Gemeinschaft, die in der damaligen Gemeinde und dem heutigen Bünder Stadtteil Holsen große Anerkennung genießt. In Züchterkreisen auf Kreis- Landes- und Bundesverbandsebene stehen Züchter des RGZV Holsen ganz oben an.

Im folgenden Bericht werden viele Namen genannt. Man möge aber verzeihen, wenn dieser oder jener, der auch Bedeutendes gab oder anregte, nicht namentlich erwähnt wurde. Denn letzten Endes sind es alle Mitglieder gewesen, die den Verein zu seiner heutigen Größe und Bekanntheit geführt haben.

Am 2. April 1913 trafen sich in der damaligen Volksschule Holsen II 13 Tierfreunde, die nach kurzer Aussprache beschlossen, auch in Holsen einen Geflügelzuchtverein zu gründen. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Hauptlehrer der Schule Gustav Engelmann gewählt, der auch wohl als Initiator gesehen werden kann.

Schon ein halbes Jahr später konnte am 17. Oktober 1913 die erste Geflügelausstellung durchgeführt werden, die eine große Resonanz fand.

In einem kleinen Zelt wurden die Tiere zur Schau gestellt und die Besucher waren erstaunt über die Vielfalt und Schönheit der einzelnen Hühnerrassen.

Bedingt durch den 1. Weltkrieg fielen die Ausstellungen von 1914 – 1919 aus. Sieben Züchter waren zum Kriegsdienst einberufen worden. Gezüchtet wurde aber weiter, wobei zu sagen ist, dass seinerzeit noch die Naturbrut berieben wurde. Die heimgekehrten Züchter wurden von den anderen Züchtern mit Zuchtmaterial unterstützt, so dass schon im Herbst 1920 eine gut beschickte Ausstellung gezeigt werden konnte. Die nächste Ausstellung fand am 23. und 24. Oktober 1921 statt. Der Verein zählte bereits 25 Mitglieder.

Die dann folgende Geldentwertung machte es den Züchtern sehr schwer, noch Geld für ihre Ideale aufzuwenden. Es fanden sich aber einige beherzte Züchter, die ungeachtet der vielen Schwierigkeiten, am 13. Oktober 1923 auf dem Hof des Landwirtes, Wilhelm Ellermann - In der Loh - eine große Geflügelausstellung organisierten. Diese war gut besucht und fand bei der Holser Bevölkerung großen Anklang.

Der Erlös von einigen Milliarden Mark reichte aber nicht aus, um die Stromrechnung bezahlen zu können. Den verbleibenden Rest mussten die Mitglieder aufbringen.

Im Jahre 1925 wurde der Verein in den Kreisverband Herford aufgenommen. Während der Versammlung am 20. März 1926 wurde beschlossen, nunmehr regelmäßig jedes Jahr am ersten Wochenende im Oktober eine Ausstellung durchzuführen. Zu allen bisherigen Ausstellungen mussten mangels eigener Käfige, diese vom Nachbarverein Bieren ausgeliehen werden. Ein Umstand, der bald zu Ende sein sollte. Im Jahre 1930 wurden die ersten 90 Einzelkäfige angeschafft. Die Kosten hierfür wurden durch eine Geldsammlung unter den Mitgliedern aufgebracht. Der Höhepunkt des Geflügelfestes 1930 war ein Festzug durch die Gemeinde.

Die Jahre 1930 bis 1933 waren harte und entbehrungsreiche Jahre für die Bürger und somit auch für die Züchter, die zum Teil von einer kargen Arbeitslosenunterstützung lebten und  ihre Familien durchbringen mussten. Die Ausstellungen wurden beträchtlich kleiner aufgezogen, Ausflüge konnten auch nicht gemacht werden. Dem Vorsitzenden, Gustav Engelmann, gelang es trotz aller Erschwernisse der Zeit, die Züchter bei der Stange zu halten und den Idealen des Vereins treu zu bleiben.

Das Geflügelfest 1934 muss besonders erwähnt werden. Nach einer längeren Schönwetterperiode durchzog am Sonntagmittag eine Sturmbö Holsen und den Festplatz. Gewaltige Regenmassen stürzten hernieder, das Festzelt brach unter der Wucht des Sturmes zusammen, es herrschte das reinste Chaos. Da bewährte sich aber der Gemeinschaftssinn der Mitglieder und vieler Holser. Mit Hilfe der freiwilligen Feuerwehr und einigen Zimmerleuten wurde das Zelt wieder aufgebaut und gegen Abend spielte die Musik zum Tanz auf. Trotz dieser wetterbedingten Widrigkeiten nahm das Fest noch einen guten Verlauf.

Nach 1934 war die Rassegeflügelzucht der Gefahr ausgesetzt, ausgelöscht zu werden. Es zählte nicht mehr die Schönheit, sondern nur noch die Leistung der Rassen. Auch dagegen behaupteten sich unsere Züchter und gaben sich die Parole „Schönheit und Leistung“.

Im Laufe der Jahre zeigte die züchterische Arbeit aufgrund der zunehmenden Erfahrung große Erfolge. Auf vielen Ausstellungen wurden hohe Bewertungen erzielt.

Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges im Jahre 1939 wurde der Vereinsarbeit ein schwerer Schlag versetzt. Einige Züchter wurden einberufen und leisteten Kriegsdienst. Geflügelausstellungen wurden nicht durchgeführt. Erst ab Oktober 1947 liefen die Ausstellungen auf Vereinsebene wieder an. Von da an gab es wieder regelmäßig Ortschauen.

In dem Bestreben, unsere Ausstellungen immer interessanter zu machen, wurde aus Anlass des 40-jährigen Bestehens das Geflügelfest 1953 mit einer Industrieausstellung verbunden. Heimische Handwerker und Geschäftsleute hatten auf 500m² eine Ausstellung präsentiert, die nicht nur das Interesse der Holser Einwohner weckte, sonder auch Besuch aus der näheren und weiteren Umgebung anzog. Die Zahl der Mitglieder nahm von Jahr zu Jahr zu. Waren es 1945 nicht einmal 30, so waren es 1953 schon 57 Mitglieder.

In den folgenden Jahren nahmen die Ausstellungen immer größere Ausmaße an. Ständig kamen neue Rassen und Farbenschläge hinzu. Bei vielen Versammlungen wurden Fachvorträge gehalten, die für die Züchter sehr interessant und lehrreich waren.

1955 war in Deutschland die Geflügelpest ausgebrochen und deshalb war ein Ausstellungsverbot verhängt worden. Die Vorbereitung für das Fest war aber schon sehr weit vorangebracht, und man kam zu dem Entschluss, das Fest auf jeden Fall zu feiern. Wilhelm Stückmann hatte den Einfall und schlug vor, einen Festzug durch die Gemeinde zu machen und das Geflügelfest mit einem Erntefest zu verbinden. Dieser Vorschlag fiel bei den Mitgliedern und den Holser Landwirten auf fruchtbaren Boden. Sie zeigten großes Interesse und beteiligten sich daran. Am Sonntag, dem 2. Oktober 1955 starteten 30 festlich geschmückte Wagen und einige Fußtruppen zu dem Umzug.

Der Festzug wurde noch in den folgenden Jahren wiederholt und war so populär geworden, dass 1960 das Fernsehen in der Sendung „Hier und Heute“ einen Beitrag darüber ausstrahlte. Das Ganze stand unter dem Motto „Trotz Hühnerpest doch Fittke- und Erntefest“.

Fünfzig Jahre nach der Gründung, im Jubiläumsjahr 1963, gehörten dem Verein bereits 68 Mitglieder an, sechs davon waren schon Ehrenmitglieder.

Die 1950 gegründete Jugendgruppe, deren Obmann Georg Blase war, hatte 14 Mitglieder. 1963 wurde auch erstmalig ein Ostereiersuchen für die Kinder organisiert, das bei Jung und Alt große Begeisterung auslöste. Dieser Brauch hat noch bis heute Tradition.

Zur Feierstunde anlässlich des 50-jährigen Jubiläums am 4. Oktober 1963 überbrachten Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft ihre Glückwünsche und Gratulationen. So waren unter anderem dabei: Herr Ziebertz, Präsident des Bundes deutscher Rassegeflügelzüchter, Herr Belz, Landesverbandsvorsitzender Westfalen-Lippe, Herr Heinze, Vorsitzender des Kreisverbandes Herford, Herr Landrat  Albrecht, Herr Amtsdirektor Dr. Martens und „last but not least“ Herr Bürgermeister Moning. In allen Glückwunschreden und Ansprachen wurde immer wieder hervorgehoben, dass es doch wohl einmalig ist, wenn ein 1. Vorsitzender die Geschicke eines Vereines über 50 Jahre leiten kann. Der Dank galt jedoch auch allen anderen für die geleistete Arbeit im Verein. Das Jubiläum selbst wurde mit einem Festumzug gefeiert, an dem die ganze Gemeinde und auch die Nachbarorte teilnahmen. Der Zug bestand aus 50 festlich geschmückten Wagen; 5 Kapellen begleiten ihn. Mehr als 10000 Menschen säumten die Straßen. In der Geflügelausstellung wurden über 550 Tiere den Preisrichtern vorgestellt, und der beachtliche Leistungsstand fand durch die vielen Ehrenpreise Anerkennung.

Das Problem der sachgerechten Lagerung der vereinseigenen Käfige, die ja nur bei der einmal im Jahr stattfindenden Ausstellung benötigt werden, wurde in 1964 dadurch gelöst, dass Heinz Niemeier unter Mithilfe vieler Mitglieder auf seinem Grund eine Doppelgarage baute, von der eine dem Verein mietfrei zu Verfügung gestellt wurde.

1964 war auch das Jahr, in dem die Ära Engelmann zu Ende ging. Gustav Engelmann verzichtete aufgrund seines hohen Alters auf die Wiederwahl zum Vorsitzenden. An seine Stelle trat Hans Meyer.

1965 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Bünde; man durfte sich ab diesem Zeitpunkt Rassegeflügelzuchtverein Holsen e.V. nennen.

Am Sportlerheim errichtete der Verein 1967 eine Doppelgarage. Das Material stellte die Stadt Bünde zur Verfügung. Für die geleistete Arbeit wurden die Garagen auf 50 Jahre zur mietfreien Nutzung überlassen. Der immer mehr wachsende Bestand an Käfigen und anderen Vereinseigentum konnte nun an einer Stelle untergebracht werden.

Zum Ausklang des Geflügelfestes landeten am 24. September 1967 nachmittags 3 Hubschrauber der Bundeswehr. Das war natürlich eine Sensation für Holsen. Den Piloten wurde als Präsent ein Gartenzwerg überreicht.

Das Geflügelfest 1968 wurde nicht von einem Gastwirt, sondern in eigener Regie auf Holtkamps Wiese, dem heutigen Festplatz am Sportlerheim, durchgeführt. Von den zwei aufgebauten Zelten diente eins als Ausstellungs- und eins als Tanzzelt. Das ist bis auf den heutigen Tag so geblieben.

1970 fand im „Stillen Frieden“ ein Waldfest statt. Der Organisator Willi Klei ermöglichte es, dass außer dem Tanzboden aus Zeltplanken auch extra ein Fernsehgerät installiert wurde, damit die Fußballbegeisterten kein Weltmeisterschaftsspiel verpassten.

In einem 500 m² großen Zelt veranstaltete unsere Jugendgruppe am 29. und 30. August 1970 ein Kreisjugendtreffen, verbunden mit einer Kreisjugendausstellung.

Das Geflügelfest am 3. - 5. Oktober 1970 und der dabei durchgeführte Festzug standen unter dem Motte „Aktion Sorgenkind“. Der Reinerlös in Höhe von 7.146 DM wurde dem Verein Spastikerhilfe Bad Oeynhausen e.V. für die Beschaffung von Hilfsmitteln der Eigenfortbewegung, elektrischen Schreibmaschinen und sonstigen Geräten zur Verfügung gestellt.

Dass unser Verein nicht nur auf Kreis- und Landesverbandsebene präsent war, bewies er durch die Teilnahme an der Bundesversammlung der Rassegeflügelzüchter 1972 am Schliersee.

Die Busfahrt wurde vom Kreisverband organisiert. Von den einzelnen Vereinen stellte Holsen die meisten Mitfahrer. Wie es den Mitgliedern im Süden Deutschlands gefallen hat, beweist die Tatsache, dass von da an jährlich eine „Bayernfahrt“ stattfindet, die allerdings mehr privaten Charakter hat.

Am 15. Januar 1972 wurde Rudolf Schinke, der bis dahin 24 Jahre lang die Finanzen als erster Kassierer verwaltet hatte, zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Ein Kreiszüchtertreffen fand am 28. und 29. Juli 1973 erstmals in Holsen statt. Es war verbunden mit der Kreisjugendausstellung.

Da in den letzen Jahren das Wetter für das Waldfest nicht angemessen war, wurde es bei Wilfried Voth auf der Deele gefeiert und in „Lohfest“ umbenannt.

In gewohnter Manier - Material von der Stadt, Arbeitskraft vom Verein - wurden 1974 die Garagen durch einen Abstellraum erweitert. Die Baumaßnahme wurde erforderlich, weil immer mehr Sachen eingelagert werden mussten, die für die Einrichtung der Zelte anlässlich des Geflügelfestes benötigt wurden.

Das Jahr 1976 setzte Prioritäten:

Anlässlich des Geflügelfestes konnte die Holser Jugend zum ersten Mal nach Disco-Musik tanzen. Ebenfalls zum ersten Mal gastierte der Bläserkreis Porta Westfalica bei uns.

In ununterbrochener Folge erfreute er uns und unserer Gäste Sonntag nachmittags 10 Jahre lang mit seiner temperamentvollen Blasmusik, während die Züchterfrauen (auch erstmals) Kaffee und selbstgebackenen Kuchen verkauften.

1978 wurde Richard Hellmann zum Ehrenmeister des Landesverbandes ernannt. Peter Hellmann errang mit seiner Rasse „Hamburger Goldlack“ auf der Junggeflügelschau in Hannover den goldenen Siegerring, nach 70 Jahren wieder einmal im Kreisverband Herford.

Aus Altersgründen gab Rudolf Schinke 1979 sein Amt als 1. Vorsitzender an Wilfried Südhölter ab. Als Dank und Anerkennung für seine insgesamt 30-jährige Vorstandsarbeit wurde Rudolf Schinke zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Anlässlich des Geflügelfestes 1979 fand die erste Stadtpokalschau der Geflügelvereine des Stadtgebietes Bünde in Holsen statt.

Von 1980 an wurden die Vereinsmeister ermittelt.

1981 beteiligte sich der Verein am Frühlingsfest der Stadt Bünde. Zu diesem Zweck wurden eine Holzhütte und zwei Volieren aufgebaut.

Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Kreisverbandes Herford am 29. August 1981 wurden Rudolf Schinke und Heinrich Kiel zum Landesmeister der Rassegeflügelzucht ernannt. Die hohe Auszeichnung zum Ehrenmeister der BDRG erhielt Richard Hellmann am 20. November 1981 auf der „Nationale“ in Köln. Acht Mitglieder des Vereines begleiteten ihn und halfen die schwere Last zu tragen. Nach G. Engelmann war er der zweite Ehrenmeister des BDRG im Holser Verein.

Für den Familienausflug in 1982 - wieder als Wanderung durchgeführt - hatte sich der Gesamtvorstand des Vereins etwas Besonderes einfallen lassen er nahm mit dem „Koloss vom Wittel“ (Fahrrad mit 11 Personen zu benutzen, 4 m lang, 4 Zentner schwer) an der Wanderung teil. Für die anderen „Fußkranken“ stand ein Bonanza-Planwagen zur Verfügung.

Der Vereinsschau 1982 war die „Sonderschau des Hamburger Huhnes“ mit Ausstellern aus dem gesamten Bundesgebiet angegliedert. Schirmherr der Schau war Herr Landrat Moning. Bei der Eröffnungsfeier – mit Beteiligung des Männergesangsvereines „Germania“ – war auch der Landesverbands-vorsitzende Herr Schneider anwesend.  

1983 feierte der Verein sein 70-jähriges Bestehen. Es wurde ein Erntekranz mit einem Durchmesser von 3 Metern - von Fritz Greiwe gebunden - aufgerichtet. Das Festprogramm gestalteten mit: Am Samstag der Shanty-Chor Barsinghausen, am Sonntagmorgen die Oberbauerschafter Trachtenkapelle und am Sonntagnachmittag wie gewohnt der Bläserkreis Porta Westfalica.

Bei der Geburtstagsfeier wurde Willi Poggemeier zum Meister des Landesverbandes Westfalen-Lippe ernannt.

1984 wurden Richard Hellmann, Willi Poggemeier und Heinrich Lindemeier Ehrenmitglieder des Landesverbandes und im Jubiläumsjahr 1988 erhielten sie die Urkunde als Ehrenmitglieder des Kreisverbandes.  

Am 15. Dezember 1986 starb der Ehrenvorsitzende Rudolf Schinke.

1987 erhielt unsere Fußballmannschaft, die in den vergangenen Jahren mit wechselndem Erfolg schon an vielen Vereinsturnieren teilgenommen hatte, neue Trikots mit Vereinsnamen und Hahnenemblem, gestiftet von Freunden und Gönnern.

Anlässlich der Jubiläen bzw. Vereinsfeste nahmen Abordnungen mit eigenhändig geschmückten Wagen an den Durchzügen der Landjugend Groß Aschen, des RGZV Bruchmühlen und der Blumen- und Gartenfreunde Ennigloh teil. 

Das Jahr 1988 stand ganz im Zeichen des 75-jährigen Vereinsjubiläums, das im Rahmen des Geflügel- und Erntefestes gebührend gefeiert wurde.

Zur Eröffnungsfeier am Samstag, den 1. Oktober konnte unser 1. Vorsitzender, Wilfried Südhölter, neben Vertretern aus dem Kreis-, Landes- und Bundesverband auch den Landrat des Kreises Herford, Herrn Siegfried Moning, den Bürgermeister der Stadt Bünde, Herrn Herbert Voß, die Herren Pfarrer Kampmann und Pastor Brockfeld von der evangelischen luth. Kirchengemeinde Holsen-Ahle auch Abordnungen örtlicher und befreundeter Vereine begrüßen. Zahlreiche Ehrennadeln wurden an verdiente Züchter verliehen. Heinrich Lindemeier, der Onkel unseres langjährigen Mitgliedes Gerhard Lindemeier, wurde in Anerkennung seiner mehr als 60-jährigen erfolgreichen Züchtertätigkeit zum Meister des Landesverbandes Westfalen-Lippe ernannt. 

Verbunden mit der Vereinsschau war die 10. Stadtpokalschau des Stadtverbandes Bünde, deren Schirmherrschaft der Bürgermeister Herr Voß übernommen hatte. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsfeier vom Männerchor Germania Holsen. Am Abend folgte die „Blau-Weiße Nacht“ mit dem Shantychor Barsinghausen und den Dollies. Beim Kaffeetrinken am Sonntagnachmittag hatten die Blaskapelle Gesmold und das Grönegau-Quartett ihren Auftritt. 500 Schnapsgläser mit dem Aufdruck „75 Jahre RGZV Holsen“ waren extra angefertigt worden und konnten zum Preis von einer D-Mark erworben werden.

Leider verstarb am 23. April 1988 unser ehemaliger Vorsitzender Hans Meyer.

Im Jubiläumsjahr 1988 zählte der Verein 82 Mitglieder und 10 Mitglieder in der Jugendgruppe.        

In den folgenden Jahren wurden die Ausstellungen mit immer mehr Tieren beschickt, an die 500 - 550 Tiere waren keine Seltenheit. Das Tiermaterial wurde immer besser, so dass stets zahlreiche Bestnoten vergeben werden konnten.

Es war erforderlich geworden, noch mehr Käfige anzuschaffen. In den ersten Tagen des Jahres 1990 haben einige handwerklich veranlagte Mitglieder in der Firma UFO unseres Zuchtfreundes Horst Vogtländer neue Käfige gefertigt. Dem Verein entstanden nur die Materialkosten.

1990 wurde die 17. Hauptsonderschau des Hamburger Huhnes mit unserer Ausstellung verbunden, insgesamt wurden 750 Tiere zur Schau gestellt. Erstmalig wurde am Freitag zum Klönabend mit Torwandschießen ortsansässiger und befreundeter Vereine eingeladen. Samstagabend hatte der aus Funk und Fernsehen bekannte Schlagerstar, Graham Bonney, begleitet von einigen technischen Pannen, seinen Auftritt.

Im Jahre 1991 stand wieder ein größeres Bauvorhaben an. Die Lagerkapazität der vorhandenen Garagen reichte nicht mehr aus, um die Käfige, Böden und sonstigen Geräte ordentlich zu lagern. Bei der Stadt wurde ein Antrag für einen Erweiterungsbau gestellt. Nach Erteilung der Baugenehmigung wurden die Arbeiten in Angriff genommen. Am 7. Mai wurden die ersten Steine vermauert. Die Rohbauarbeiten gingen Dank des tatkräftigen Einsatzes vieler Mitglieder zügig voran. Nachdem die Dachbalken gelegt und das Dach zugemacht war, wurde ein zünftiges Richtfest gefeiert. Auch diesmal beteiligte sich die Stadt Bünde an den entstandenen Materialkosten. Das andere Geld musste aus der Vereinskasse aufgebracht werden. Alles in allem bleibt festzuhalten, dass sich die Investition gelohnt hat. Das Platzproblem dürfte für lange Jahre gelöst sein; die nachfolgende Generation kann davon profitieren.

Da kein anderer Geflügelverein des Stadtverbandes bereit war die Stadtpokalschau auszurichten, übernahmen wir auch 1991 diese Aufgabe. Schirmherr war der Bürgermeister, Siegfried Hagemann. 650 Tiere wurden ausgestellt.

Bande der Freundschaft zwischen den Rassegeflügelzuchtvereinen Leisnig e.V. und Holsen e. V.

Nachdem im Jahre 1990 die Vereinigung der beiden deutschen Republiken vollzogen war, wurde zwischen den Städten Leisnig in Sachsen und Bünde in Westfalen gemäß Beschluss des Rates der Stadt Bünde ein Partnerschaftsabkommen geschlossen.

Am 24. August und am 26. Oktober 1990 wurden die Urkunden zur Gründung der Städtepartnerschaft unterzeichnet. Noch gab es aber keine Beziehungen zwischen Vereinen mit gleichem Interesse in den beiden Städten. Das sollte sich bald ändern.

Im November 1992 erging eine Einladung zum Besuch der Geflügelausstellung im Januar 1993 in Leisnig an den damaligen Vorsitzenden des Stadtverbandes, Manfred Meier. Dieser gab die Einladung an unseren 1. Vorsitzenden Wilfried Südhölter weiter. Spontan waren 5 Mitglieder (Wilfried Südhölter, Werner Frese, Rudi Niehaus, Friedel und Peter Hellmann) bereit, mit ihren Ehefrauen der Einladung zu folgen. Vom 8. - 10. Januar 1993 besuchten sie die Züchterfreunde in Leisnig und wurden dort herzlich aufgenommen. Der erste Schritt war getan, weitere Schritte sollten folgen.

Der Gegenbesuch der Züchterfreunde aus Leisnig erfolgte zu unserem Geflügelfest vom 1. - 4. Oktober 1993.

An der Eröffnungsfeier am Samstag nahmen 10 Personen teil und überreichten ein Wappen der Stadt und ein Bild von der Burg Leisnig. Sie wurden privat bei einigen Mitgliedern untergebracht.

Wilfried Südhölter zum Ehrenmitglied des Kreisverbandes ernannt.

Am 20. Januar 2001 wurde unserem langjährigen und hochverdienten 1. Vorsitzenden Wilfried Südhölter große Ehre zuteil. Zu seinem 70. Geburtstag erhielt er aus den Händen des Kreisverbandsvorsitzenden Martin Siekmann die Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied des Kreisverbandes.

Ein weiterer, erwähnenswerter Höhepunkt in den Beziehungen beider Vereine war der Besuch von Wilfried Südhölter und Friedel Hellmann, in Begleitung ihrer Frauen, am 24. März 2001 zum 110-jährigen Vereinsjubiläum. Verbunden mit der Fahnenweihe, bei der ein von unserem Verein gestiftetes Fahnenband an den 1. Vorsitzenden, Hubert Vogt übergeben wurde.

Das Band ziert nun die neue Fahne und zeugt von der langjährigen Verbundenheit und ehrlichen Freundschaft zwischen den beiden Vereinen. Aus all diesen Begegnungen haben sich auch private Freundschaften ergeben.

Werner Frese zum Ehrenmeister des Landesverbandes Westfalen-Lippe e.V. ernannt.

Am 12.10.2001 überreichte der Landesverbandsvorsitzende Ulrich Werner auf der Westdeutschen Junggeflügelschau in Münster die Ernennungsurkunde an unser langjähriges, verdientes Mitglied, Werner Frese.

Ebenfalls eine runde Sache war unser Sommerausflug vom 03. - 05. Mai 2003. Gut 30 Mitglieder unseres Vereins besuchten mit Ihren Frauen aus Anlass unserer 10-jährigen Freundschaft unsere Freunde in Leisnig.

Diverse Ausflugsziele wurden während der Tour angesteuert. z.B. Besichtigung eines Obstlagers und Logistikcenters, Stadtrundfahrt in Dresden, Besichtigung der Semperoper und Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, um nur die Höhepunkte zu nennen. Natürlich wurde abends denn auch beim Spanferkelessen das ein oder andere Bier getrunken, nette Gespräche geführt, neue Freundschaften geschlossen und alte Freundschaften vertieft.

Dies ist nur ein Abriss der Geschehnisse in der 90-jährigen Vereinsgeschichte des RGZV Holsen, der trotz der vielen Jahre immer noch jung geblieben ist. Wenn im Verein weiterhin die Kameradschaft, Freundschaft und die Geselligkeit Priorität haben, so wie es bisher geschehen ist, dann braucht uns um seine Zukunft nicht bange zu sein.

Derzeit gehören unserem Verein 106 Mitglieder an, davon 14 in der Jugendgruppe.

Hoffnungsvoll schauen wir auf das nächste Vereinsjahrzehnt.  

 

 

 

  

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